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Lettland in Zahlen (1)
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Das Staatsgebiet ist zu 40% bewaldet.
Etwa ein Drittel der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt.
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Fläche:
Bevölkerung:
Wichtige Städte Lettlands
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64.500 qkm
2,49 Mio.
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Riga (Hauptstadt) Daugapils Liepaja Jelgava Jurmala Ventspils
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910.000 Einw. 129.000 Einw. 115.000 Einw. 75.000 Einw. 67.000 Einw. 50.000 Einw.
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Lettland in Zahlen (1)
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Das Staatsgebiet ist zu 40% bewaldet.
Etwa ein Drittel der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt.
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Fläche:
Bevölkerung:
Wichtige Städte Lettlands
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64.500 qkm
2,49 Mio.
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Riga (Hauptstadt) Daugapils Liepaja Jelgava Jurmala Ventspils
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910.000 Einw. 129.000 Einw. 115.000 Einw. 75.000 Einw. 67.000 Einw. 50.000 Einw.
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Lettland in Zahlen (2)
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Bevölkerung: Die Letten stellen kaum die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Ein Drittel der
Bevölkerung ist russisch. 71% der Bevölkerung leben in Städten, wo die Letten oft die
Minderheit der Einwohner stellen, wie z.B. nur 36% in Riga.
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Landessprache: Neben der Amtssprache lettisch wird sehr oft russisch gesprochen.
Geschäftliche Unterredungen finden oft in deutscher oder englischer Sprache statt.
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Religion: 65% der Einwohner sind protestantische, katholische und russisch-orthodoxe
Christen. Auch das Judentum ist vertreten.
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Verwaltungsstruktur: Lettland ist unterteilt in 33 Bezirke, die sich weiter in Gemeinden
aufteilen.
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Währung: Seit 1993 gilt die lettische Währung Lat. (LVL). 100 Santims = 1 Lat
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Staatsorgane: Staatspräsidentin seit 1999 ist Vaira Vike-Freiberga (Exilbaltin)
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Parlament: Es besteht aus 6 Parteien mit 100 Abgeordneten, dessen Ministerpräsident
Andris Berzins ist.
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Stand: 2004
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Geographie
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Lettland liegt als der mittlere der drei baltischen Staaten an der Ostseeküste und hat
Estland, Litauen, Rußland und Weißrußland als Anrainerstaaten.
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Mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von 210 Kilometern und einer Ost-West-Ausdehnung von
435 Kilometern ist das Land rund 64.500 Quadratkilometer groß. Bei einer Landesgrenze
von 1.800 Kilometern Länge entfallen über 500 Kilometer auf die Ostseeküste.
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Das wechselhafte Oberflächenrelief ist durch Verschiebungen und mächtige Ablagerungen
in der Eiszeit entstanden und zeigt sich als Endmoränenlandschaft. Das vorwiegend flache
oder leicht hügelige Land liegt am nordwestlichen Rand der osteuropäischen Tiefebene,
erreicht nur selten Höhen über 200 m und zeigt besonders im westlichen Teil des Landes
mit großflächigen Ebenen und sehr guten Bodenverhältnissen viele Gemeinsamkeiten mit
der mecklenburgischen Landschaft. Nach Abschluß der Abschmelzperiode vor mehr als
12.000 Jahren bildeten sich viele sumpfige Niederungen und Moränenseen. So findet man
heute noch große Moorgebiete, und zu vielen kleinen Seen kommen eine beachtliche Zahl
Flüsse und Bäche. Als längster Fluß mit über 1000 km, wovon 357 km in Lettland fließen,
mündet die Daugava in Riga in die Ostsee.
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Durch seine geographische Lage ist Lettland von allen größeren europäischen Hauptstädten
und Handelsplätzen in 2 bis 3 Flugstunden zu erreichen.
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Klima
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In Lettland herrscht ein gemäßigtes Klima, daß sich durch wechselhafte Einflüsse des
russi- schen Kontinentalklimas und des skandinavischen Seeklimas recht mild gestaltet.
Über die Ostsee werden mit dem Westwinddrift zusätzliche Wärme und Luftfeuchtigkeit
durch atlantische Luftmassen vom gar nicht so weit entfernten (ca. 1000 bis 1500 km)
Atlantischen Ozean nach Lettland geführt. Die Lufttemperatur ist trotz des hohen
Breitengrades relativ hoch. In abgerundeten Zahlen liegt der mittlere Jahresdurchschnitt
der Lufttemperatur bei 4 - 6,5°C (Januar 2,5 - 7,5°C und Juli 16,6 - 17,5°C).
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Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 850 - 1200 mm und verteilt sich recht gleichmäßig
über das Jahr. Die Tage der Wintermonate sind sehr kurz. So dauern z.B. im Dezember
die Nächte 17 Stunden. In den Sommermonaten dauert der Tag 18 Stunden, und die
Wärmebilanz erreicht in dieser Zeit Temperaturen wie in äquatornahen Regionen. Die
Sonnenscheindauer beträgt im Juni und Juli über 280 Stunden monatlich.
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Der Vegetationsbeginn zeigt sich Anfang Mai mit dem ersten Grün in der Landschaft,
wobei dann schon in der zweiten Monatshälfte die Blütezeit und das intensive Wachstum
beginnen. Mit Beendigung der Vegetation Mitte Oktober müssen die Ernte- und
Herbst- bestellungsarbeiten abgeschlossen sein. Nach häufigen Niederschlägen, ab November
als Schnee, zieht der Winter ein.
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Geschichte Lettlands (1)
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Die eigentliche Geschichte Lettlands beginnt mit der Expansion des Deutschen Ordens und
der Kaufleute nach Osten, als 1159 die ersten Bremer Schiffe an jener Ostseeküste landeten,
an der sich heute die Hauptstadt Riga befindet.
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Im Jahre 1201 wurde die Stadt Riga an der Dünamündung von dem Bremer Bischof Albert I.
gegründet und gilt heute als wichtiges Tor zum Handel mit Westeuropa. Lettland wurde im
Baltikum ein bedeutendes Handelszentrum und spielt bis heute eine strategisch wichtige
Rolle im Ostseeraum.
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In seiner Geschichte erlebte dieses Land turbulente Jahrhunderte. Bis zum ersten Weltkrieg
rivalisierten Deutsche, Russen, Polen und Schweden im Kampf um die Kontrolle des Landes.
In dieser Zeit überwogen russischer und deutscher Einfluß. Besonders der deutsche Adel
mit seinen großen Landgütern beherrschte das Land. Nach dem Ersten Weltkrieg erlangte
Lettland mit dem lettisch-sowjetischen Friedensvertrag seine Unabhängigkeit erstmals
nach 600 Jahren wieder. In dieser Zeit - bis 1940 - erfolgte die Enteignung der
balten-deutschen Güter und vieler Herrenhäuser ohne Entschädigung.
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In den 20 Jahren der Unabhängigkeit baute Lettland seine Wirtschaft auf, führte Reformen
in der Landwirtschaft durch, entwickelte seine Industrie und erweiterte das Schulsystem
für eine höhere Bildung.
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Geschichte Lettlands (2)
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Schon zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Lettland in die alten Machtkämpfe zurück-
geworfen. Die Sowjetunion brachte mit Massendeportationen von mehr als 30.000 Letten nach
Sibirien Schrecken über das Land. Hitlers Truppen wurden von der Bevölkerung als Befreier
empfunden. Nach 3 Jahren fiel Lettland jedoch als Sozialistische Sowjetrepublik an die
Russen. Die Landesfahne und die Nationalhymne wurden verboten.
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Mit der Bildung der Lettischen Volksfront begann 1988 der ernsthafte Kampf um Demokratie
und Unabhängigkeit. Bei den Wahlen des obersten Sowjets im März 1990 errang die Volksfront
einen überwältigen Sieg, und nach dem gescheiterten Umsturz einiger Militärs gegen
reformwillige Politiker in Moskau konnte Lettland schließlich im August 1991 seine
Unabhängigkeit sichern.
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Die Unabhängigkeit Lettlands fand schnell internationale Anerkennung, so daß z.B. das Land
inzwischen wieder in die UNO aufgenommen wurde.
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Tradition lettischer Landwirtschaft (1)
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Die Letten sagen nicht ohne Stolz: Wir sind ein Bauernvolk! Das hat sich auch während
der kommunistischen Regierungszeit nicht geändert, obwohl seinerzeit die Arbeiterklasse
in der offiziellen Ideologie zum Fortschrittsträger erhoben wurde. Die Bauernschaft wurde
derweil als konservativ stigmatisiert. Das Landvolk galt als Hemmschuh auf dem Weg zum
Sozialismus, als Quelle überkommener gesellschaftlicher Ideale. Auch das mittlerweile
industrialisierte Lettland wird dieses Stigma nicht los. 1989 waren 16% der Beschäftigten
in landwirtschaftlichen Betrieben tätig, nicht einmal ein Viertel des Anteils von 1930.
Ihre Gesamtproduktion betrug im gleichen Jahr 25% des Nationaleinkommens.
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Der Ursprung des lettischen Ackerbaus wurzelt in der Vorgeschichte des Landes. Vor etwa
4000 Jahren besiedelten die Vorfahren der heutigen Letten die Umgebung der Flüsse
Daugava, Lielupe, Vente und Gauja. Neben Jagd und Fischerei entwickelten sie frühzeitig
landwirtschaftliche Strukturen. Die klimatischen Verhältnisse erwiesen sich vor allem
für den Getreideanbau und die Milchwirtschaft als besonders günstig.
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Im 13. Jh. - Lettland wurde dem livländischen Orden unterworfen - bildeten sich die ersten
städtischen Siedlungen heraus. Handwerk und Handel kamen zur ersten Blüte. Dank der
geographisch begünstigten Lage wuchsen die an den Flußufern gelegenen Städte, ...
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Tradition lettischer Landwirtschaft (2)
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... insbesondere Riga, rasch zu bedeutenden Handelszentren heran. Sie übernahmen eine Brückenfunktion
auf den Wegen zwischen West und Ost.
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Auch der berühmte Bernsteinweg führte durch das Land. Um sich ihre Handelsposition zu
sichern, wurden Riga und andere livländische Städte zu Mitgliedern der alles beherr-
schenden Handelsunion Hanse. Allerdings besaßen nur die Deutschen seinerzeit das Recht,
Handwerk und Handel zu betreiben.
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Für die Letten blieben nur untergeordnete Handelstätigkeiten oder Warenlieferungen und
auch einige schlechter bezahlte Handwerkerbereiche wie etwa Weber oder Zimmermanns-
arbeiten übrig. Obgleich der Handel die wirtschaftliche Grundlage Rigas bildete, stellte
die landwirtschaftliche Produktion die wichtigste Einnahmequelle dar. Die lettischen
Bauern trugen einen bedeutenden Anteil zum Export bei.
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Im Mittelalter wurde die Landwirtschaft noch stärker ausgebaut. Einst deutsche feudale
Landgüter avancierten zwischen dem 13. und dem 16. Jh. zu Zentren der Feudalwirtschaft.
Die Bauernschaft leistete den Landesherren Frondienste, indem sie deren Felder mit
ihren Werkzeugen und Arbeitstieren bestellten. Der Adel baute seine Besitztümer aus,
enteignete rigoros Felder freier Bauern, verjagte sie oder verleibte sich die in Kriegs-
oder Seuchenzeiten verlassenen Gehöfte kurzerhand ein.
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Tradition lettischer Landwirtschaft (3)
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In vielen aus dem 13. Jh. stammenden Urkunden sind die Namen der Landgüter noch zu
finden, die häufig mit der vorherigen Dorfbezeichnung übereinstimmten. Mit dieser
radikalen Zerstörung der traditionellen Strukturen erlitt das Zusammenleben der
Bauern eine tiefe Zäsur. Neu gegründete Höfe zog es in die Nähe großer Güter, statt
wie zuvor in die dörfliche Gemeinschaft.
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Die Bauern wurden von den Landesherren zu Abgaben gezwungen. Auch der spätere
Machtwechsel an Schweden, Polen oder Russen konnte an der in dieser Zeit entstandenen
Lebensart und Lage der Bauern nichts wesentliches ändern.
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Die Leibeigenschaft wurde Mitte des 19. Jh. aufgehoben. Nach der Befreiung gründete
eine ganze Reihe der Bauern eigene Höfe, die rasch zu beachtlichen Wirtschaften heranwuchsen.
Die Mehrheit der einst Leibeigenen in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts,
rund 75%, blieb ohne Grundbesitz. Sie verdingten sich als billige Arbeitskräfte entweder
auf dem Land oder in dem allmählich entstehenden Industrieleben.
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Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelte die Städte von Handelszentren in moderne
Industriestandorte (Maschinenbau und verarbeitende Industrie).
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Tradition lettischer Landwirtschaft (4)
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Bis 1914 war Riga nach St. Petersburg und Moskau drittgrößte Industrieregion Rußlands.
Ihre Rolle als Handelsknotenpunkt konnte die Stadt zudem bewahren. Auch als Hafenstadt konnte Riga eine
feste Position erlangen. Gemessen an den umgeschlagenen Waren nahm die Stadt hinter
Odessa Rang zwei ein. Drei Fünftel des Exports und zwei Drittel des Imports wurden mit
England und Deutschland abgewickelt.
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Nach der Gründung des unabhängigen lettischen Staates am 18. November 1918 besann
man sich auf die ursprünglich charakteristische Wirtschaftsstruktur und gab der Landwirt-
schaft ihre Priorität zurück. Das Gesetz der Agrarreform vom 16. September 1920 verhalf
landlosen Kleinbauern zu Land und Boden und sah die Enteignung der Ländereien von
Grundbesitzern vor, welche mit 48,1% der Gesamtfläche Lettlands überwiegend deutschen
und polnischen Adligen gehörte.
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Zur Verteilung des Bodens an ca. 115.000 Landlose wurde ein Fond gegründet, der
3,4 Mio. ha (51,5% der Fläche) umfaßte. Der Teil des Bodenfonds bestand aus den
Äckern ehemals privater Güter (78,5%). Auch Wälder mit einer Gesamtfläche von
1,15 Mio. ha waren Bestandteil des Fonds. Als Ergebnis der Agrarreform wurden
1,5 Mio. ha des staatlichen Fonds verteilt, woraus 54.000 neue Gehöfte mit einer
Durchschnittsgröße von 22 ha gebildet wurden.
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Tradition lettischer Landwirtschaft (5)
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Zusätzliches Land erhielten 51.000 bereits bestehende Höfe zugeteilt. Auch 3.000
Fischer und 10.000 Handwerksbetriebe bekamen Grundeigentum, und das Land
von 10.000 ehemaligen Pächtern ging in deren Besitz über. Diese Agrarreform war in
der Nachkriegsperiode eine der radikalsten in Europa. Das Land der ehemaligen
Gutsbesitzer wurde ohne Entschädigung enteignet. Durchschnittlich verblieben etwa
50 ha in ihrem Besitz, das sogenannte "Restgut". Insgesamt gab es nach der
Agrarreform 1.523 solcher "Restgüter" mit einer Gesamtfläche von 87.000 ha.
Der Existenz des deutschbaltischen Adels wurde somit ein schwerer Schlag versetzt,
und die sozialen Verhältnisse auf dem Lande veränderten sich grundlegend.
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Im Jahre 1929 zählte Lettland mehr als 244.000 landwirtschaftliche Betriebe. Die Viehzucht
wurde stark ausgebaut. In den folgenden Jahren bis 1939 stieg die Zahl der Rinder um ein
Drittel auf über eine halbe Million an. Die Schweinezucht verdreifachte sich beinahe.
Lettland mauserte sich zur "Milchfarm Europas"; allein der Butterexport nach Deutschland
und England verachtzehnfachte sich. Auch die Industrie entwickelte sich rasch. Im
Unterschied zur Zarenzeit wurden freilich einheimische Rohstoffe verarbeitet. Dabei
konnte die Wirtschaft auf eine qualifizierte Arbeiterschaft zurückgreifen. Die Hauptzweige
der Industrie waren Textil-, Leder-, Lebensmittel-,
Papier-, chemische- und metallverarbeitende Produktionen.
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Tradition lettischer Landwirtschaft (6)
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Die 1940 folgende Annexion und Integration in die UdSSR entstellte die Wirtschaftsstruktur
des baltischen Landes. Die Liquidation des Privateigentums und Zwangskollektivierungen
in Kolchosen entriß dem Volk für ein halbes Jahrhundert die gewohnte Form der Wirtschafts-
führung und ihre Lebensart. Gigantische Industrievorhaben, verbunden mit der Umsiedlung
vieler Arbeitskräfte von Rußland nach Lettland, trieben tiefe Wunden in die Arbeitsmoral
des Volkes.
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Doch die Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit bewies, daß es nicht gelungen
war, lettische Wirtschaftstraditionen völlig zu vernichten. Die Neigung zum Privateigentum,
zum eigenen Grund und Boden, setzt sich energisch in der Gesellschaft durch.
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Da es nicht leicht fallen wird, auf den Weltmärkten zu bestehen, müssen die bäuerlichen
Traditionen in moderner Form in Lettland wiederbelebt werden.
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Lettland in Bildern
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Die Animation, in der 71 Bilder aus Landwirtschaft, Stadt und Land zu sehen sind, dauert etwa 7 Minuten.
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